Das Kirchspiel Karpauen

 

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Die Güter im Kirchspiel
 
So wie andere Heimatgebiete auch, war das Kirchspiel Karpauen von jeher geprägt von der Landwirtschaft.
Unter der Herrschaft der Preußenkönige besaß ausschließlich der Adel die Grundherrschaft über die Güter. Außerhalb des Kirchspiels gab es auch Domänen.
 
Durch die Bauernbefreiung 1808 (Stein'sche Reformen) erhielten die Bauern uneingeschränktes Eigentum an Grundstücken.
Die Begriffe Domänen-, Amts-, Scharwerks- und königlicher Bauer aus der Zeit davor bedeuteten durchweg das gleiche: Der Bauer nutzte lediglich den ihn anvertrauten Hof und hatte die Verpflichtung, Zins (Steuer) und Scharwerk zu leisten, nämlich Hand- und Spanndienste aller Art, meist auf den Gütern oder deren Vorwerken.
Nur der "Kölmer" besaß seinen Hof zu kulmischen Recht, also freiem Eigentum.
In "melierten Dörfern" bestanden gemischte Eigentumsverhältnisse, d.h. hier wohnten sowohl freie Kölmer als auch halbfreie erbuntertänige Bauern.
 
Mit der Weimarer Republik entwickelten sich zunehmend demokratische Rechtsformen, die sich auch auf die Landbevölkerung auswirkten: Im gegenseitigen Einvernehmen einigten sich Deputant und Gutherr über die Entlohnung für geleistete Arbeit in Form von gestellter Dienstwohnung, Barlohn und Naturalien. Saisonbedingt kamen Tagelöhner hinzu.
 
1929 begann die Regierung, umfangreiche Ländereien von den Gütern anzukaufen, um diese durch "Aufsiedlung" der wachsenden Landbevölkerung für geringen Preis oder Pacht zur Verfügung zu stellen.
 
Von diesem Angebot wurde rege Gebrauch gemacht, so dass viele Landsleute unter uns auf diesen neu erworbenen Heimatschollen aufgewachsen sind.
 
 

Anmerkung:

 
Cöllmer:
 
Die Cöllmer besaßen ursprüngl. frei Allodial-Güter (allodium = lehnsfreies Ebgut), die auf die Kinder beiderlei Geschlechts vererbt werden konnten. Sie waren von allem Scharwerk (pol. Ursprung -- skara = Dienst. Dies ist gleichbedeutend mit Frohn- oder Herrendienst.), Vorspann- und Postfuhren völlig befreit, doch zu Kriegsfuhren und Kriegsdiensten verpflichtet. Daher mußte immer ein wehrfähiger Mann auf dem Hof sein, sont fiel der Hof an den Landesherren zurück (sog. caducitaet). Im Kriegsfalle hatten sie dem Landesherren ein Pferd (und Harnisch) zu stellen. Ihre Höfe werdn daher auch Sattelhöfe genannt. An Abgaben zahlten sie nur einen geringen Zins an die Kriegskammer . Nach Erstarkung des Adels (Ende 16. Jhd.) mußten sie Scharwerkdienste leisten und auch höhere Zinsen zahlen.
 
Schatull-Cöllmer

Die Schatullen-Cöllmer hatten dieselben Rechte und Pflichten wie ein Cöllmer. Ihre Hufen (Land) waren nicht Domänen- sondern ehemaliges Forstland. Daher auch der Name "Schatullen-Hufen" (auch Berechnungshufen). Sie zahlten keien Domänenzins, sondern eine besondere Abgabe an die landesherrliche Schatulle.

Schatull- Bauern
 
Die Schatull-Bauern hatten keine köllmischen Rechte. Sie besaßen jedoch ihr Land erbtümlich und konnten sie nach Gefallen vererben. Sie waren ebenfalls vom Scharwerkdienst frei. Ihre Abgaben enrichtetn die wie die Schatullen-Köllmer an die landesherrliche Schatulle

 
Königlichen Domänen-Bauern
 
Das Land und die Höfe gehörten dem Landesherren als Domäneneigentümer. Die Grundstücke waren nicht vererbar, sondern mußten nach dem Ableben des Bauern jedesmal Mal, auch an einen Nachkommen des Bauern, durch einen besonderen Staatsakt neu verliehen werden. Wenn sie königlichen Besatz (also Eigentum des Königs) an lebenden und totem Inventar hatten, waren sie Scharwerkbauern und hatten ein bestimmtes Scharwerk ebenso alle Dienste, zu denen sie aufgefordet wurden, zu leisten. Daneben zahlten sie wie alle Domänenbauern den vollen Domänenzins. Wenn sie keinen königlichen Besatz hatten, zahlten sie zwar eine höheren Zins, hatten aber dann keine Sonderdienste und Scharwek zu leisten.
 
 
*** 
 

Cöllmer, Schatullen-Cöllmer und Schatullen-Bauern gab es verhältnismäßig wenig, da nicht viele die Geldmittel besaßen, um große Grundstücke mit derartigen Rechten zu erwerben. die meisten Bauern saßen auf landesherrlichen Domänenland und auch fast ausnahmslos mit dem dazugehörigen königlichen Besatz, wodurch sie Scharwerkbauern wurden. In den meisten Dörfern gab es nur solche Scharwerkbauern. Wenn es ihnen gelang, den Domänen das ihnen überwiesene königl. Inventar abzukaufen, erlosch die Scharwerkpflicht und sie wurden scharwerkfreie Bauern.

 
In Ostpreußen wird man dieses Verhältnis des Bauern zum Grundherren richtig als "Hörigkeit" oder "Schollenpflichtigkeit" bezeichen; falsch ist es hingegen von "Leibeigenschaft" zu sprechen, da die Merkmale hierfür, nämlich: Eigentum des Grundherren an der Person des Bauern selbst, Richteramt über Leben und Tod sowie die Befugnis zu jeglichem Eingriff in die Familienrechte, bei dem Verhältnis der ostpreußischen Bauern zu ihrem Grundherren nicht vorhanden war (so gab es auch nicht das ius primae noctis).

 
 
Gutsbesitzer
 
 
1. Adamsheide
- vor 1920 : Freiherr Carl v. Albedyhll & Gräfin Ottilie v. Zitzewitz
- 1920 - 1934 : Freiherr Hans-Otto v. Quadt & Jutta v. Platen
- 1937 - 1945 : Willi Rosenau
 
2. Albrechtau
- bis 1781 : Johann Rudolf Wegmann
- 1781 - 1835 : Johann Ferdinand Wegmann
- 1835 - 1857 : August Rudolph Wegmann
- 1857 - 1900 : Richard Ludwig Wegmann
- 1900 - 1921 : August Edmund Wegmann
- 1921 - 1945 : Heinrich Müller & Elisabeth geb. Wegmann
 
3. Anwiese (Schikarowen)
- Albert Sommerfeld & Maria ………………
 
4. Charlottenruh mit Vorwerk Gnädtken
- Lieselotte v. Graeve & Baron Gustav v. Albedyhll
- Hans Hundsdörffer (Vetter von Walter Schönwald)
 
5. Ernstwalde
- Lisbeth Langanke
 
6. Friedrichsfelde
- ….. Großjohann
- Kassmusen-Bonne
- Friedrich Milthaler & Maria Drechsler
 
7. Groß Polleiken mit Vorwerk Reichenwald (Pollaschen)
- Rolf Gutzeit & Gertud Hülse
- Oberinspektor: Gustav Hasselberg
 
8. Groß Lonschken mit Vorwerk Klein Lonschken
- Walter Thimm & Helga Schelske
 
9. Gutbergen (Lenkehlischken)
- …… Dambski
- Verwalter: Ernst Hundertmark
- Heinz Bagdahn
- …… Wichert (übernahm die väterliche Mühle in Darkehmen
 
10. Ilmenhagen (Abellienen)
- Alfred v. Sanden
- Zwangsverwaltung
- Hans Hesse
- Paul Waubke ab etwa 1934
- Walter (?) Jopp
 
11. Karlswalde
- Richard Unrau
- Willi Unrau
 
12. Karpauen (Groß Karpowen)
 
a)
- Willi Maurer & Betty v. Zaborowski
- Fritz Bruhn & Else Maurer
- Rudolf Kebernick & Alwine Kömling
b)
- Emil Komoß
 
13. Kurkenfeld mit den Vorwerken Rodwalde und Mittwalde (Mitschullen)
- …… v. Wrangel
- Edler v. Graeve (Vater von Lieselotte)
- Lieselotte v. Graeve & Baron Gustav v. Albedyhll
  Inspektor (ab 1931 Volontär): Johann Sommerfeld
 
14. Lehntal
- vor 1914 Max Sprengel
- 1914 - 1915: Anna Scheffler
 
15. Lindenhof
- Ernst Heilborn
- Erich Wendt
 
16. Luisenpark (Louisianna)
- vor 1929: Fritz Girod & Ida dù Maire
- 1929 - 1945:  Karl-Oskar Girod
- Verwalter: Fritz Braun
 
   Vorwerk Babbeln
   wurde etwa 1920 verkauft und seitdem teilweise von Rogalwalde, Lonschken und
   Luisenpark bewirtschaftet
   Letzter Besitzer: …… von Heiking
 
17. Menken
- Paul Warkalla
 
18. Neusorge
- Er. Seck
- Paul Hoenig
 
19. Neuwalde
- Edw. Arndt
- Richard Grau & Magdalene Gilde
 
20. Rogalwalde
- Carl Schönwald
- Walter Schönwald
 
21. Schönefeld
- vor 1932:  Franz Reuther & Else ?
- 1932 - 1945: …… Schinke & Annemarie Teuther
 
22. Sonneberg
- vor 1850:  …… v. Tyszka
- 1855 - 1882:  …… v. Rhode
- 1882 - 1928:  Friedrich Bastian & Maria Buettler
- 1928 - 1945:  Kurt Bastian & Ruth Rogalla
 
23. Waldburg mit den Vorwerken Neuhöhe und Philippsthal
- bis ca.1929:  Karl von Wrangel
- ab ca. 1929:  Aufsiedlung mit 54 Siedlerstellen
 
24. Wolfshöhe
- vor 1925:  …… Reitz
- 1925 - 1940:  …… Kroll
- 1940 - 1945:  Zwangsbewirtschaftung
- Walter(?) Jopp
- …… Hartwich